Möglicher Einsatzablauf

Normalerweise geht jedem Rettungshundeeinsatz eine Vermisstenmeldung und die Alarmierung durch die Polizei oder auch durch die Feuerwehr voran. Dies ist z.B. bei einer vermissten Person nach einem Verkehrsunfall, einem vermissten Kind oder einer abgängigen Person aus einem Altersheim der Fall. Anders sieht es natürlich bei Unfällen und Katastrophen wie Gasexplosionen oder Unglücken mit Massenverkehrsmitteln aus. In solchen Fällen wird es verständlicherweise keine Vermisstenmeldungen geben.

Die Alarmierung erfolgt durch die Polizei oder Leitstelle entweder über Meldeempfänger oder per T-Alarmruf. Sinnvollerweise wird bereits bei der Alarmierung mitgeteilt, um was für einen Einsatz es sich handelt und ob es Besonderheiten gibt, auf welche sich die Einsatzkräfte einstellen müssen. Dies können z.B. die Suche an einem Fluss mit starker Strömung oder auch die Selbstmordabsicht einer vermissten Person sein. Wichtig ist auch, dass ein Treffpunkt bekannt gegeben wird. Dies kann bereits im Vorfeld geklärt oder auch flexibel gehandhabt werden.

Die Anfahrt zur Unterkunft sollte zwar zügig, aber in jedem Fall unter Berücksichtigung der Straßenverkehrsordnung und der Sicherheit von Mensch und Hund erfolgen. Wenn es die Situation erfordert, können Sonderrechte nach §35 STVO in Anspruch genommen werden. Dies bedeutet jedoch nur, dass in einem vernünftigen Rahmen schneller als regulär erlaubt gefahren werden darf.

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Nach dem Eintreffen in der Unterkunft, melden sich alle Einsatzkräfte bei der Einheitsführung. Dort wird das weitere Vorgehen bekannt gegeben. Die Einsatzstelle wird dann mit Einsatzfahrzeugen angefahren. Wenn bereits erfahrene Hundeführer oder Mitglieder der Einheitsführung an der Unterkunft sind, kann es sinnvoll sein, dass sie bereits vor den restlichen Einsatzkräften der Rettungshundestaffel abrücken, damit sie die Lage vorab erkunden können. Hierzu gehöhrt auch der Kontakt zur Einsatzleitung der Polizei bzw. Feuerwehr. In diesem Gespräch können bereits wichtige Informationen gesammelt werden, und es ist ggf. möglich einen Eindruck von dem Suchgebiet zu bekommen. Die Suche wird jedoch noch nicht begonnen.

Wenn die Einheitsführung an der Einsatzstelle angekommen ist, erfolgt bei dem Einsatz mehrerer Staffeln die Absprache hinsichtlich des weiteren Vorgehens und der Einteilung der Suchgebiete und ggf. der Bildung einer gemeinsamen Abschnittsführung. Da die Beurteilung der Suchgebiete relativ lange dauert, ist es sinnvoll, dass die Teams bereits mit der Suche beginnen. Nach der Lagefestellung durch die Einheitsführung kann es ggf. dazu kommen, dass die Gebiete neu eingeteilt werden müssen, damit eine möglichst optimale Anpassung von Suchtaktik, Suchgebiet und Team erreicht wird. In der Zeit während die ersten Suchgebiete eingeteilt werden, können die Einsatzkräft ihre Hunde und die Ausrüstung für die Suche vorbereiten. Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann mit der Suche begonnen werden.

Die Teams begeben sich nach Abmeldung bei der Abschnittsleitung / Einheitsführung zu ihren Suchgebieten. Dort angekommen führen sie eigenständig die Suche durch. Sowohl der Suchbeginn, als auch das Ende der Suche sollten ebenfalls der Abschnittsleitung / Einheitsführung mitgeteilt werden. Parallel zu der Suche im ersten Suchabschnitt sollte der Einheitsführer / Abschnittsleiter oder Einsatzkräfte der Abschnittsleitung / Einheitsführung die weiteren Suchgebiete begutachten. Hierdurch wird es möglich die weiteren Suchgebiete möglichst effektiv einzuteilen. Ein sehr offenes Gebiet wird beispielsweise nicht in besonders kleine Bereiche unterteilt. Ebenfalls sind die Beobachtungen der Teams für eine weitere Einteilung der Suchgebieten und den weiteren Ablauf der Suche wichtig.

In die weitere Eintscheidungsfindung fließen sowohl die Erkenntnisse der Abschnittsleitung / Einheitsführung, der Polizei und die Erfahrungen, aber besonders auch die Beobachtungen der Suchteams ein. Hierdurch ist es möglich, die weiteren Suchgebiete so einzuteilen, dass sie an die Möglichkeiten der Suchteams optimal angepasst sind. Die eigendliche Suche, insbesondere die Einteilung von Pausen und Suche nimmt der Hundeführer eigenständig wahr, da er seinen Hund am besten einschätzen kann.

Der Einsatz ist beendet, wenn die vermisste Person gefunden wird, oder der Einsatz von der Einsatzleitung abgebrochen wird. Häufig wird es hierzu bei Eintritt der Dunkelheit oder bei Erschöpfung der Teams kommen. Zu jedem Einsatz sollte eine Einsatznachbesprechung gehören, in der die Erfahrungen durchgesprochen werden können. Hierdurch wird es möglich, die Erfahrungen für weitere Einsätze zu nutzen und die Zusammenarbeit der Teams permanent zu verbessern.

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